Ich habe schon öfter Artikel zum Thema Feedback verfasst, saß aber neulich selbst in einer Schulung zu diesem Thema. Johanna Teubert, die Leiterin unseres Musikbereiches motivierte unsere Leiter indem sie mehr die Hintergründe als die Techniken von gesundem Feedback schilderte. Ich glaube, dass ihre Aussagen deshalb solche Kraft hatten, da es wohl kaum etwas herausfordernderes gibt als Musiker bzw. Künstler zu feedbacken. Jemand, der auf einer Bühne steht, singt, schauspielert oder predigt offenbart soviel von seiner Persönlichkeit und ist in dem Moment, wenn er die Bühne verlässt enorm verletzlich. Deshalb gilt es, sich in diesem Moment bewusst zu werden wozu Feedback gedacht ist und wie wir es sinnvoll einsetzen können.
Hier ein erster Einblick in ihre Gedanken:
Ich glaube, dass Feedback ein wesentlicher Schlüssel zu motivierter Mitarbeit ist. Es zeigt deinen Leuten, dass du noch mehr in ihnen siehst. Es zeigt ihnen, dass du an sie glaubst und davon überzeugt bist, dass sie es noch besser machen können!
Nicht zu feedbacken bedeutet und signalisiert, dass es dir egal, oder den Aufwand nicht wert ist. Sich dagegen die Zeit dafür zu nehmen jemanden ehrlich zu feedbacken ist etwas Wertschätzendes.
Gib dich nicht mit dem Status quo deiner Mitarbeiter zufrieden, sondern du kannst mit ihnen gemeinsam nach mehr streben. Nimm dir Zeit, bete für deine Leute, sieh sie durch Gottes Augen, entdecke was noch in ihnen steckt…und dann feedbacke ihnen ihr Verhalten und male ihnen vor Augen was du noch in ihnen siehst. Begleite deine Leute in dem Prozess mehr der Mensch zu werden, den Gott in ihnen sieht und reflektiere sie von außen. Du kannst durch dein Feedback bei ihnen zum Vorschein bringen, was bisher noch nicht da gewesen ist. Du kannst deine Leute durch Feedback zu Höchstleistung motivieren.
Johann Wolfgang von Goethe hat mal gesagt:
„Nimmst du jemanden, wie er ist wird er bleiben wie er ist. Aber gehst du mit ihm um, als wäre er, was er sein könnte, wird er zu dem werden, was er sein könnte.”
Nichts anderes hat Jesus gemacht. Im Lukasevangelium z.B. wird von einer Begebenheit berichtet, in der Jesus seine Jünger feedbacked. Jesus hatte sie ausgesandt in die umliegenden Städte, um in seinem Namen Wunder zu wirken und von Gott zu erzählen. Und als sie zurückkehren sind sie völlig begeistert davon, dass sie sogar die Macht hatten Dämonen auszutreiben. Jesus sagt ihnen aber (Lukas 10,20 NGÜ):
„Doch nicht darüber sollt ihr euch freuen, dass euch die Geister gehorchen. Freut euch vielmehr, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.“
Jesus feedbacked sie, korrigiert ihren Fokus und begleitet sie darin mehr so zu werden, wie Gott sich das vorgestellt hat. Jesus lässt sich nicht von ihrem TUN beeindrucken sondern fokussiert sein Feedback auf ihr SEIN.
Genauso sollten auch wir es machen. Lasst uns unsere Mitarbeiter durch Feedback herausfordern und fördern. Es ist Teil unserer Verantwortung.
Paulus – hat es genauso gemacht. Das Neue Testament ist voll von Briefen in denen er verschiedene Gemeinden feedbacked – sie ermutigt, wenn sie etwas richtig machen und sie ermahnt, wenn sie etwas an ihrem Verhalten ändern sollen.
Und damit geht er sogar einen Schritt über die Persönlichkeitsentwicklung eines Einzelnen durch Feedback hinaus. Er hat, wenn er einen Brief geschrieben hat, meistens die ganze Gemeinde im Blick gehabt – Paulus setzt auf die Teamentwicklung durch Feedback!
Nehmen wir z.B. den 1. Korintherbrief.
Leute aus der Gemeinde in Korinth, oder auch seine Mitarbeiter Timotheus und Titus, haben sich an Paulus gewandt, weil in der Gemeinde offensichtlich ganz schön viel aus dem Ruder gelaufen ist. Und Paulus reagiert auf diese Nachrichten, indem er den 1. Korintherbrief verfasst. Darin setzt er sich nach und nach mit den einzelnen Problemen auseinander, hat dabei aber auch immer die Entwicklung der ganzen Gemeinde im Blick.
In 1. Kor 11, 17-34 z.B. geht es darum, dass einige Leute das Abendmahl eher als Festmahl angesehen haben und sich daran satt gegessen haben, auch wenn dann für die anderen am Ende nichts mehr übrig war. Und Paulus stutzt sie ordentlich zurecht, erinnert sie daran, dass das Abendmahl zum Gedenken an Jesus gefeiert werden soll, nicht zum satt essen, und ruft sie dazu auf aufeinander Rücksicht zu nehmen und gemeinsam das Abendmahl zu feiern.
Paulus Feedback bezieht sich hier zwar klar auch das Verhalten einiger Einzelner aus der Gemeinde, aber er hat auch die Entwicklung der ganzen Kirche im Blick! Sein Feedback zielt nicht nur auf die Persönlichkeitsentwicklung eines Einzelnen, sondern auch auf die gesamte Teamentwicklung!
Und ich denke, das sollten auch wir im Blick im haben, wenn wir Leute aus unserem Team feedbacken. Ein Feedback soll den Einzelnen voranbringen und fördern, aber wenn er sein Verhalten ändert, kann und wird das auch das ganze Team prägen! D.h. mit jedem Feedback prägst du sowohl den einzelnen Menschen, als auch sein Umfeld!
Zusammengefasst: Feedback ist…
- ein Teil unserer Verantwortung füreinander
- wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen
- dient der gesamten Teamentwicklung
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