Jeder kennt sie. Menschen, die dir auf der Stelle sympathisch sind. Du siehst sie an der Tankstelle lächelnd in ihr Auto steigen, stehst neben ihnen an der Kasse im Supermarkt. In einer Gruppe von Menschen fallen sie dir sofort ins Auge. Sie sind jederzeit zu einem guten Scherz aufgelegt. Man könnte meinen, schlechte Laune ist für sie ein Fremdwort. Vom ersten Augenblick an hast du das Gefühl, diese Menschen sind etwas Besonderes. Sie sind es auch, denn
Sympathieträger sind vom Aussterben bedroht.
Die heranrollende Masse verbitterter Menschen, möchte sie mitreißen in das Alltagsgrau einzutauchen. Es ist ihr erklärtes Ziel ihre Lachfalten aalglattzubügeln und ihre herzerwärmende Natur auf Umgebungstemperatur abzukühlen.
Inspiriert durch das Buch “Wie man Freunde gewinnt” von Dale Carnegie habe ich über einen längeren Zeitraum Menschen beobachtet, die offensichtlich von einer großen Mehrheit beliebt sind und folgende 6 Punkte habe ich bei allen diesen Menschen wieder gefunden.
1. Sympathieträger interessieren sich aufrichtig für den Anderen.
Irrtümlicherweise glaubt man, dass Menschen deshalb Sympathieträger geworden sind, weil sie von so vielen Menschen gemocht werden. Ich persönlich glaube, sie sind deshalb so beliebt, weil sie so viele Menschen mögen und sich aufrichtig für andere interessieren.
2. Sympathieträger lächeln.
Von Präsident Roosevelt wird behauptet, er habe einem Mann einen Job nicht gegeben, weil ihm sein Gesicht nicht gefiel. Auf die empörte Nachfrage seiner Sekretärin, er könne doch niemanden wegen seines Gesichtes den Job verwehren sagte er nur: “Ab 40 ist jeder für sein eigenes Gesicht verantwortlich.” Nachdem ich diese Geschichte gelesen habe, sitze ich öfters lächelnd im Auto in der Hoffnung, dass meine Falten mit 40 nach oben und nicht nach unten gewachsen sein werden.
3. Sympathieträger wissen, dass für jeden Menschen sein Name das schönste und wichtigste Wort ist.
Ich persönlich empfinde es als eine enorme Wertschätzung wenn mich ein Mensch, den ich nur flüchtig kennengelernt habe beim nächsten Treffen mit meinem Namen anredet. Das signalisiert mir, dass er Interesse an mir als Person hat, dass es ihm die Mühe wert war sich meinen Namen einzuprägen.
4. Sympathieträger sind gute Zuhörer. Sie ermuntern den anderen von sich selbst zu sprechen.
Selten dreht sich der Inhalt eines Gespräches um die Interessen deines Gegenübers. Schon zu Beginn wird er das Gespräch mit Fragen eröffnen um heraus zu finden was Dich interessiert und sich mit Dir darüber unterhalten. Er signalisiert dabei weder Langeweile noch Desinteresse. Er hört dir einfach nur zu und verfolgt deine Worte indem er sie mit einer aufmerksam munteren Mimik bestätigt.
5. Sympathieträger sprechen von Dingen, die den anderen interessieren.
Sie hören nicht nur zu, sondern werden in deiner Gegenwart das Gespräch auf Themen lenken, von denen sie wissen, dass sie dich interessieren. Sympathierträger sind meist sehr demütige Menschen, die sich voll und ganz zurück nehmen um sich mit den Inhalten aus einanderzusetzen, die den anderen interessieren.
6. Sympathieträger bestärken andere in aufrichtiger Weise in seinem Selbstbewusstsein.
Manchmal unterhältst du dich mit Menschen und du gehst aus dem Gespräch und denkst: “Sie sind die Allergrößten.”. Aus einem Gespräch mit einem Sympathieträger kommst du beflügelt heraus und denkst: “Du bist der Allergrößte!”.
Sympathieträger leben diese Werte nicht nur dann aus, wenn sie mal gut drauf sind. Sie sind nicht launisch, verhalten sich nicht unberechenbar mal so mal so. Egal wann du sie triffst scheinen sie diese Prinzipien konsequent anzuwenden. Was mir bei allen genannten Punkten auffiel, ist der Focus weg von sich – hin zu dem Nächsten. Und genau das macht diese Menschen so sympathisch und beliebt.
Liebe und Treue sollen dir nicht verloren gehen. Trage sie wie eine Kette um deinen Hals und schreibe sie dir tief in dein Herz.
So findest du Beifall und Anerkennung bei Gott und den Menschen.
Die Bibel Sprüche 3,3f
Probier es mal aus und geh den ersten Schritt. Lächle Menschen an denen du begegnest und überlege was sie interessieren könnte. Erzähl weniger von dir sondern stelle ihnen Fragen über das was sie beschäftigt. Entlasse Menschen aus der Begegnung mit dir immer mit dem Gefühl “Sie sind die Allergrößten”. Das garantiert dir Beifall und Anerkennung bei Gott und den Menschen.
Mich würde interessieren, was Du dabei für Erfahrungen machst.
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Kann sowas nicht auf Dauer ganz schön anstrengend sein?
Es gibt so viele Menschen, die sich danach sehnen, dass ihnen jemand zuhört, dass ihnen jemand Anerkennung für ihre Leistung schenkt. Vielleicht stimmt da meine innere Einstellung nicht mit dem aufrichtigen Interesse. Aber zehrt das nicht unheimlich an den Kräften bis die “soziale Batterie” in einem leer ist und irgendwo wieder aufgeladen werden will? Nicht alle Zeitgenossen sind für mich mit dem, was sie erzählen und wie sie erzählen, angenehm zu ertragen.
Es wär sooo schön, wenn man so für andere da sein könnte ohne sich selber dabei kaputt zu machen und bis zur Erschöpfung zu gehen.
Ich kann gut verstehen was Du meinst. Ich selber erlebe in diesem Zusammenhang immer wieder wie die Prinzipien bei Jesus unsere Vorstellungen total über den Haufen werfen.
Du beschreibst das Prinzip vom Akku. Strom geben >> Akku leer.
Bei Jesus funktioniert das aber anders. Je mehr Du gibst, um so mehr bekommst Du.
Ich denke das Wichtige an der Sache ist:Bleibe ehrlich. EIn Interesse vorzutäuschen, dass Du nicht hast, macht müde.
Stefan, du sprichst mir aus dem Herzen & gleichzeitig direkt ins Herz…
Das einzige, was ich bei den Eigenschaften des Sympathie-Träger ergänzen könnte: Ein Sympathie-Träger überrascht. Er fällt aus dem Rahmen, ist nicht wie einer aus der breiten Masse. Er überrascht mit einem unerwarteten “Geschenkchen”, einem Stück Liebe: Ein ermutigendes SMS, E-Mail, oder z.B. einer persönlichen, spezifischen Frage. Und er erzählt überraschende, unkonventionelle Dinge, wenn er (mal zwischendurch
) von sich redet – z.B. habe ich die Erfahrung gemacht, dass es unglaublich einfach ist, von Jesus zu erzählen. Alles, was man von seinen Erfahrungen erzählt, scheint für die anderen durch die eigene Ausstrahlung sofort sehr interessant, oder gar bewiesen.
Und, Juliana: Es hört sich wirklich alles zu gut an, um keinen Haken zu haben! Ich glaube, du hast Recht. Wenn da nicht noch ein “Detail” wäre, mit dem ich das alles für mich schon genauso hammermässig erleben konnte: Gott.
). Du wirst überrascht sein, wie Menschen reagieren, wenn du dich schon nur mit einem Lächeln erkundigst, wie es ihnen geht und ihre Sorgen anhörst. Wie vielen ist das schon soo lange nicht mehr passiert?! So viele Herzen kann man knacken durch die eigene Liebe. Ich habe das als gewaltigen Segen erlebt! Ich war so dankbar und froh, und Dankbarkeit wandelt Gott 1:1 in neue Lebensfreude um!
indirekt, durch geknackte Herzen, Dankbarkeit anderer, guter Gespräche und Ereignisse, die man sich nie hätte träumen lassen, sorgt Gott ganz bestimmt dafür, dass die Liebe mehrfach(!) zurückkommt. Das ist meine Erfahrung.
Was Stefan als Eigenschaften von Sympathieträgern beschrieben hat, ist, glaube ich, auch genau der Lifestyle von Jesus. Warum war Jesus nie ausgepowert? OK, er war Gottes Sohn. Hinter all den Eigenschaften steckt enorm viel Liebe, und das hatte Jesus wohl einfach unendlich. Meine Erfahrung ist aber, dass die benötige Liebe laufend genährt wird, wenn es dir gelingt, deine Liebe zu verschenken (ein “paradiesisches Prinzip”..?
Lange Rede & kurzer Sinn..mächtig aus der Kurve geworfen hat es mich erst, als mir die Zeit für Gott “ausging”. Ich habe die Welt und vor allem Gott nicht mehr verstanden, als ich darauf nichts mehr von dem Segen spürte und Gott anklagte, wo er sich nur verstecke?! Kürzlich habe ich dann den Fehler bei mir erkannt. Zum Schluss nur noch meine Erkenntnisse (vlt noch lange nicht komplett), was ich vernachlässigt habe, oder anders gesagt, was der Schlüssel war, dass dieser Lifestyle funktioniert, Juliana:
1. Zeit mit Gott verbringen. Das prägt sehr – Jesus-Lifestyle! und von da kommt die Kraft & Freude. (joh15,4)
2. Gott lieben. Das heisst auch, Gottes Willen tun..Dann geschehen erst die Wunder! (joh15,7 + jos1,8)
3. Für deine Menschen beten. Den ersten Schritt machen. Hinausgehen in die Welt. Investieren. (jak2,8)
«Bete, als hinge alles von Gott ab. Handle, als hinge alles von dir ab.»
Juliana, ich wünsch dir jede Menge solcher Leute wie ich beschrieben habe in deine unmittelbare Nähe. Ich glaube, dass du bereits zu den Sympathieträgern dieser Welt gehörst und dass dies viele Leute um dich herum bemerkt haben und deshalb gern Zeit mit dir verbringen.
Hab eure Antworten gelesen und bin ganz hin und weg, wieviel Mühe ihr euch gemacht habt. Habt vielen Danke. Das ist echt… so lieb. Und auch das, was mich nicht direkt betrifft – so durchdacht, so überlegt. Das ist einfach toll!
Die drei Punkte am Schluss von nobody08 (und Du bist nicht nobody – sondern Gottes heiß geliebtes wichtiges Kind!
) die treffen es schon. Ziemlich genau, denk ich.
Hab mir heut beim Einkaufen gedacht, dass ich das mal ganz bewusst versuche, die Leute anzulächeln. Manchen fällt das nicht auf, die sind einfach zu beschäftigt. Anderen anscheinend schon. Die kriegen dann nochmal einen Extrabonus von nem strahlenden Lächeln.
Das ist toll.
Wird sicherlich nicht immer so sein, das ist klar.
Auch sich Zeit zu nehmen, wenn jemand seine Sorgen nur mal kurz in einer Mail schreibt und drüber nachzudenken bevor man antwortet und niemanden mit flachen Sprüchen platt zu bügeln, das ist einfach schön. Ich denke, dass mich der Artikel noch lange beschäftigen wird. Hab mir schon überlegt, ob ich mir die Punkte irgendwo ins Auto hänge oder ausdrucke und in den Terminplaner klemme. Nicht als Regeln oder Anleitung, sondern als Gedankenstütze und Hilfe. Das hat mir heut alles so den Tag verschönert, wirklich. Man denkt an den Artikel, an die Konsequenzen, an das eventuell daraus resultierende Schneeballsystem und nochmal: Es ist toll und fällt leichter
Lieber Stefan,ich mag den Gedanken, der in einigen von Deinen Artikeln steckt (ich hab erst einige gelesen), dass man so vieles beeinflussen kann und man vielem nicht einfach bloß so ausgeliefert ist, wie man…ich mir das ja gerne einrede. Der eigenen Persönlichkeit (“Ich bin halt eher verschlossen, da kann doch niemand von mir verlangen, dass ich den Mund aufmache.”) oder der eigenen Vergangenheit oder der derzeitigen Situation in der man steht. Das gibt Mut. Hab vielen Dank dafür.