Stefan Hänsch

inspirieren – prägen – bewegen

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Auf Knopfdruck kreativ?

Wer kann das schon? Als Leiter bist du oft herausgefordert mit Blick auf ein bestimmtes Projekt, bei der Vorbereitung einer Rede oder bei der Moderation eines Teammeetings kreativ  also “schöpferisch” tätig zu werden. Das geht nicht auf Knopfdruck. Oder doch? Sogenannte “Imaginationstechniken” versuchen den Anwender dazu zu bringen, sich in eine Situation, in eine Person oder Rolle hineinzuversetzen: “Stell dir vor Du wärst Einstein. Wie würdest du jetzt das Problem angehen?” Oder: “Was würde ein 12jähriger Junge dazu sagen?” Diese Techniken gelten manchmal als unseriös, schon gar nicht auf einen kirchlichen Kontext anwendbar. Zu Unrecht, denn sie sind oft erstaunlich effektiv, flexibel und werden von vielen erfolgreich eingesetzt, ohne dass jemand ein Wort darüber verliert.

Walt Disney – ein kreativer Spinner?

Von Walt Disney wird berichtet, dass er bei seiner Arbeit nacheinander in drei verschiedene Rollen geschlüpft ist: in die des Träumers, des Realisten und des Kritikers. Er hat diese Rollen soweit wie möglich voneinenander getrennt. Wechselte er eine Rolle, dann wechselte er auch den Platz. Später soll Disney sogar drei verschiedene Räume für seine Denkhaltungen benutzt haben.

Am Anfang ist es etwas schwer sich in die entsprechende Denkhaltung hineinzufinden bzw. umzuschalten. Die Verbindung mit einem festen Platz erleichtert das Umschalten später jedoch wesentlich. Probier es einmal aus, indem du dir drei verschiedene Stühle in einen Raum stellst.

Der Stuhl des Träumers

Hier darfst du deiner Phantasie freien Lauf lassen. Spiele mit Möglichkeiten und vor allem mit Unmöglichkeiten. Stelle Dinge auf den Kopf, beschäftige dich mit abseitigen Themen, mach Späße und stelle waghalsige Verbindungen her. Auf diesem Stuhl darfst du fast alles, nur eins nicht: ernsthaft über das Problem nachdenken. Wichtig ist es alle deine Ideen und Vorstellungen zu notieren.

Der Stuhl des Realisten

Auf diesem Platz schaltest du deinen “Normalverstand” ein. Versuche die verrückten Ideen des Träumers weiterzuentwickeln. Greife die Anregungen auf, aber suche jetzt nach neuen Lösungen. Gehe an der Stelle planmäßig und vernünftig vor. Wähle den kürzesten und den zweckmäßigsten Weg. Sei pragmatisch.

Der Stuhl des Kritikers

Unterziehe deine Ideen einer schonungslosen Kritik. Prüfe: Was ist dran? Lässt sich die Idee umsetzen? Lohnt sich die Sache? Will ich sie überhaupt? Was ist überflüssig und kann gestrichen werden?

Wechsel die Stühle

Achte darauf, dass du nicht zu lange auf einem Stuhl festklebst. Du kannst auch bei einer Fragestellung die Stühle mehrmals wechseln. Wenn du das Projekt abschließen willst, solltest du möglichst auf dem Stuhl des Realisten sitzen.

Mir hilft es enorm mich in diese verschiedenen Rollen hineinzuversetzen, weil ich dann konsequent durch alle drei Bereiche durchgehen muss. Ich persönlich neige dazu in der Rolle des Träumers zu verharren und zu wenig kritisch mit meinen eigenen Ideen zu sein. Die Kritik kommt dann aber später von anderen und das verletzt manchmal. Wenn ich mir aber vorher diese Gedanken selbst gemacht habe, kann ich einer solchen Kritik viel besser begegnen.

Diese Methode funktioniert mit drei simplen Stühlen die an unterschiedlichen Seiten eines Tisches stehen. Ich stelle mich zum Träumen gern auf unsere große leere Bühne und lasse den Gedanken freien Lauf, gehe danach in den eher nüchtern eingerichteten “Multifunktionsraum” und das bringt mich auf den Boden der Realität zurück. Zum kritischen Durchdenken reicht mir oft das kleine Büro eine Kollegen und ein leerer Schreibtisch.

Kennst du ähnliche leicht anwendbare Techniken um die eigene Kreativität zu fördern? Wenn ja wäre ich dir für einen kurzen Kommentar enorm dankbar.

Image: graur razvan ionut / FreeDigitalPhotos.net

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Kommentare

2 Antworten to “Disneys drei Denkstühle”

  1. Super Beitrag, muss ich ausprobieren. Ich sitze sonst immer zu lange auf dem Stuhl des pragmatischen Realisten. Ich werd’s ausprobieren. Danke!

  2. sehr geiL!!!!!

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